Gerüstbauer: Vielfältige Einsatzgebiete mit Ausblick
Bereits die Ägypter behalfen sich bei dem Bau ihrer Pyramiden mit selbst entwickelten Gerüsten aus Holz, um die waghalsigen Höhen zu überbrücken. Heutzutage haben sich die Gerüstbauarbeiten weiterentwickelt und bilden ein eigenes Handwerksgewerbe. Statt Pyramiden und Statuen werden gegenwärtig eher Ein- und Mehrfamilienhäuser, Bürogebäude und Brückenzüge eingerüstet. Gerüstbauer sind dabei für den Auf- und Abbau zuständig und befinden sich nur für diese Bauphasen direkt vor Ort.

Umfangreiche Gerüstarbeiten vom Gerüstbauer.
Das Handwerk Gerüstbau gehört neben 41 anderen Gewerken zu den sogenannten Vollhandwerken der Anlage A der Handwerksordnung (HwO). Das bedeutet, dass Gerüstbauer entweder eine Meisterprüfung abgelegt haben müssen oder verpflichtet sind, eine 10 jährige Berufserfahrung vorzuweisen, um sich mit einem eigenen Gerüstbau-Betrieb Gerüstbauer Job selbstständig zu machen.
Des Weiteren ist der Beruf ein anerkannter Ausbildungsberuf im Sinne des Berufsbildungsgesetzes (BbiG) und der HwO. Die Auszubildenden haben zum einen die Möglichkeit die Lehre in einem Betrieb zu absolvieren und so direkt beim Gerüstbaumeister zu lernen und zum anderen kann die Ausbildung auch an einer der drei Gerüstbauschulen in Deutschland (Dortmund, Berlin, Weiterstadt/Groß-Gerau) abgelegt werden. Unterschied zwischen den beiden Ausbildungswegen ist die Lehrzeit, denn die Lehre in einem Betrieb dauert drei Jahre anstatt zwei, wie in einer Gerüstbauschule.
Weitere Fortbildungsmöglichkeiten als Gerüstbauer sind der Abschluss einer Meisterprüfung, die Weiterbildung zum geprüften Gerüstbaukolonnenführer, zum Techniker oder zum betriebsinternen Ausbilder.
Gerüstbauer sind außerdem nicht nur im privaten und öffentlichen Hausbau tätig. Auch bei Großveranstaltungen müssen die Handwerker zur Stelle sein. Denn auch das Errichten von speziellen Gerüsten, wie Tribünen bei Konzerten oder Sportereignissen fällt in das Berufsfeld eines Gerüstbauers.
Auftraggeber sind nicht nur Bauindustrie, öffentliche Hand und Hausbesitzer. Viele professionelle Reinigungsfirmen greifen ebenfalls auf Gerüstbau-Unternehmen zurück. So wird sichergestellt, dass bei der Reinigung von Fenstern an Hochhäusern nur Profis beim Gerüstaufbau zum Einsatz kommen, die sich mit dem Thema Absturzsicherung bestens auskennen und so Sicherheit für alle Beteiligten garantieren können.
Verschiedene Gerüstbauarten gehören für den Gerüstbauer zum Alltag
Die Gerüste unterscheiden sich nach der Art der Bestandteile und oftmals durch die Form der Anwendung. Gerüstbauer sind dafür zuständig verschiedene Gerüstbauarten nach den sicherheitstechnischen Vorschriften aufzubauen. Dabei müssen die Gerüstbaumaterialien, wie Kupplungen und weitere Verbindungstechniken, entsprechend der Gerüstart kombiniert werden und vorschriftsmäßig montiert werden. Baugerüste werden auch als Hilfskonstruktionen bezeichnet, weil sie für eine Benutzung erstellt werden und nach dieser Nutzung wieder abgebaut werden.
Die häufigste Konstruktion ist das Systemgerüst, das aus vorgefertigten Bauteilen besteht. Bei dieser Art ist die Verbindungstechnik fest am Grundgerüst befestigt und bestimmt auf diese Weise die Form des Systems. Dadurch wird die genaue Aufbaufolge bestimmt, welches ein hohes Maß an Sicherheit mit sich bringt. Denn durch das feste System kann das Gerüst mit einer strukturierten Montagelogik aufgebaut werden und Montagefehler werden vermieden. Gerüstbaufirmen bieten ein großes Angebot an verschiedenen Gerüsten, wie Trag-, Hänge-, Bock- und Konsolgerüste.
Unterschieden werden die einzelnen Gerüstbauarten in ihrer Verwendung. Grob lassen sie sich in drei Gruppen einteilen:
Die erste Verwendungsgruppe ist das Standgerüst, wobei der Boden als Aufbaubasis genutzt wird. Als Standgerüste können beispielsweise das Mastkonsolengerüst und das Stahlrohr-Kupplungsgerüst bezeichnet werden, die aus flexiblen Kupplungen bestehen.
Zu der zweiten Gruppe zählen Gerüste, wie das Konsolgerüst und das Auslegergerüst, die die Gruppe der Hängegerüste bezeichnen.
Als dritte Gerüstgruppe können fahrbare Gerüste gezählt werden, die oftmals mit einer besonders flexiblen Arbeitsplattform ausgestattet sind. Durch die Rollen-Ausstattung dürfen diese allerdings nicht übermäßig belastet werden und dienen daher eher für kleinere Ausbesserungsarbeiten.
In der Entwicklung des Gerüstbaugewerbes haben sich Gerüste, wie das Stahlrohr-Kupplungsgerüst gegenüber dem Bockgerüst durchgesetzt. Heute stehen Sicherheit und Schnelligkeit beim Aufbau im Mittelpunkt des Gerüstbauhandwerks. Zu den modernen Gerüstbauweisen zählen daher die bereits genannten Systemgerüste oder Rahmengerüste, die mit wenigen Handgriffen flexibel an die jeweilige Verwendung angepasst werden können. Da die Kosten beim Kauf eines Baugerüstes nur für wenige Firmen zu tragen sind und für den Aufbau professionelles Wissen nötig ist, sollte dies von einem professionellen Gerüstbauer erledigt werden.
Flexible Gerüstanwendungen unterstützen die Arbeit des Gerüstbauers
Oftmals werden die Formen der Gerüste durch die einzurüstenden Gebäude geprägt. Die Gerüstanwendungen beschreiben daher die Art und Weise der Einrüstung, bei der verschiedene Gerüstbauarten genutzt werden. So besteht das Fassadengerüst beispielsweise aus einem Stahlrohr-Kupplungsgerüst, welches längenorientiert an einer Hausfassade montiert wird. Gebäude, wie Fernsehtürme, Turm- oder Silobauten werden mit sogenannten Rundbaurüstungen für weitere Gewerke zugänglich gemacht. Die Rundbaueinrüstungen bestehen häufig aus sogenannten Modulgerüsten oder Rahmengerüsten. Eine spezielle Gruppe der Gerüstanwendungen sind die Sondergerüste, die beispielsweise zum Einrüsten von großen Statuen genutzt werden. Für diese Formen ist eine flexible und schnelle Bauweise nötig, um verschiedene Ebenen zugänglich zu machen.
Die Einteilung in verschiedene Gerüstanwendungen ist für die Planung eines Gerüstbauers essenziell. Denn durch die Angabe von Gebäudearten kann er den Aufwand ermitteln und interne Organisationen festlegen. Zu diesen internen Organisationen zählen beispielsweise die Planung des Personals und die Einteilung der Gerüstbauteile, die für das jeweilige Bauvorhaben gebraucht werden. In der Zeit des Auf- und Abbaus ist der ausführende Gerüstbau-Fachbetrieb für die Sicherheit des Gerüstes zuständig.
Des Weiteren beschreiben die Gerüstanwendungen die nötigen Sicherheitsmaßnahmen, die der Gerüstbauer bei seiner Arbeit einhalten muss. Da das Gerüstbauhandwerk für die Erstellung einer Arbeitsbasis für andere Gewerke zuständig ist, zählen die Gerüstbauer zu den ersten Handwerkern am Bauort. Deshalb spielen Sicherheit und Konzentration bei Arbeiten in unterschiedlichen Höhen eine große Rolle im Gerüstbauer Beruf.
Regeln und Vorschriften für die Sicherheit eines Gerüstbauers
Die Arbeit in unterschiedlichen Höhen erfordert ein großes Maß an Sicherheit. Diese wird durch genaue Gerüstbau Vorschriften gesichert, die bei jedem Auf- und Abbau eingehalten werden müssen. Eine gewisse Montagelogik ist hierbei genauso wichtig, wie das Tragen von Persönlichen Schutzausrüstungen. Besonders die Höhe ist ein Faktor, der zu schwerwiegenden Unfällen führen kann. Durch eine vorschriftsmäßige Absturzsicherung können sich die Gerüstbauer frei bei ihrer Arbeit bewegen. Hierzu gehören unter anderem auch entsprechende Seilsicherungen, die den Gerüstbauer am Gerüst sichern. Neben diesen grundlegenden Sicherheitsmaßnahmen werden alle Gerüstbauarten nach geprüften DIN-Normen produziert. Diese DIN-Normen finden auch bei der Arbeit des Einrüstens Anwendung und müssen jederzeit beachtet werden. So beschäftigt sich die DIN 1055 beispielsweise mit der Lasteinwirkung auf Tragwerke, welches gerade für die unterschiedlichen Belastungsarten durch andere Gewerke eine große Rolle spielt.
Sowohl die Vorschriften der Absturzsicherung als auch die Umsetzung der DIN-Normen müssen vom Bauleiter oder einem beauftragten Sicherheitsbeauftragten geprüft werden. Die Gefährdungsbeurteilung ist deshalb fester Bestandteil im Arbeitsablauf. Hierbei werden die Sicherheitsmängel erfasst und durch konkrete Maßnahmen behoben. Beim Erstellen der Gefährdungsbeurteilung werden auch die Gerüstbauer miteinbezogen, um sie auf die Sicherheitsmängel aufmerksam zu machen und sie für das Thema Arbeitssicherheit zu sensibilisieren.
Wichtige Gerüstbauer Werkzeuge und Zubehör für die Errichtung eines Gerüstes
Zu den Tätigkeiten eines Gerüstbauers gehört neben dem Einrüsten größer Gebäude auch der Aufbau von kleineren Gerüstsystemen. Diese Systeme dienen oftmals als eine Art Hilfestellung für beispielsweise Maler, Fensterputzer oder Dachdecker. So gehören etwa Arbeitsbühnen in das Angebot eines Gerüstbauer-Betriebes, mit denen schnelle Arbeiten in höheren Ebenen erledigt werden können. Auch Teleskopleitern werden genutzt, um die unterschiedlichen Arbeitsbereiche zu erreichen. Zu den Arbeitsbühnen gehört unter anderem die Hebebühne, die gerne als mobile Arbeitsfläche eingesetzt wird. Viele Gerüstverleih-Firmen haben sich auf diese Art von Bühnen spezialisiert und bieten ein breites Angebot an Hebebühnen zum Verleih an.
Auch Arbeitsplattformen sind praktische Helfer, zum einen für den Gerüstbauer und zum anderen für andere Gewerke, um beispielsweise an Hauswänden Ausbesserungsarbeiten zu erledigen. Viele handelsübliche Arbeitsplattformen lassen sich einfach zusammenklappen und sind durch die Verwendung von Aluminium besonders leicht. Dadurch sind sie die perfekte Ergänzung zu weniger mobilen und flexiblen Einrüstungsarten, wie dem Fassadengerüst.
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